…über Ideales und Reales

Oft leiden wir mehr unter unseren Idealvorstellungen als unter der Realität.

Jeder entwickelt im Lauf seines Lebens Idealvorstellungen, und der soziale Austausch über diverse Medien trägt seinen Teil dazu bei: wie sollte ich aussehen, was sollte ich erreichen, wie sollte mein Partner sein, wie mein Kind, wie meine Eltern, wie mein Elternsein, …

Es gut machen zu wollen ist erstrebenswert, etwas besser sein zu wollen als die vorangegangenen Generationen natürlicher Ehrgeiz; aber hängt die Messlatte zu hoch, erscheint mir der Ist-Zustand, also meine gegenwärtige Lebenswelt oder Teile davon, öde, leer und schlimmstenfalls sogar abstoßend. Meine Idealvorstellungen können das Hier und Jetzt so hässlich werden lassen, und schüren dann Unzufriedenheit bis Depression in mir, vergiften meine Beziehungen und meine Lebensfreude.

Keine Ideale zu haben wiederum bedeutet ein Leben ohne Spannkraft und Elan.

Ist- und Soll-Zustand aber brauchen eine wertschätzende Beziehung, um nicht Resignation und Handlungsunfähigkeit zu hinterlassen. Auf der Annahme meiner Selbst und der Anderen bauen die guten Visionen und Ziele für die Zukunft auf.

Also: ich, wir und es sind gut so wie wir sind, aber es gibt immer viel zu tun. Oder mit den Worten Herbert Grönemeyers, mit denen er gelegentlich sein Konzertpublikum verabschiedet: bleibt so wie ihr seid – oder besser. 😉

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de